history of the wing
Zum 1. Januar 1994 wurde das Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" auf dem Fliegerhorst Schleswig/Jagel durch den Inspekteur der Luftwaffe neu in Dienst gestellt. Das seinerzeit in Kropp stationierte Marinefliegergeschwader 1 und die drei Luftwaffenverbände Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" in Bremgarten, das Jagdbombergeschwader 41 in Husum und das Aufklärungsgeschwader 52 Leck wurden außer Dienst gestellt und stellten primär das damalig erforderliche fachliche Potential an Soldaten und zivilen Mitarbeitern für den hier aufzustellenden TORNADO-Verband.
Im AufklG 51 "I" verdichteten sich im Dezember 1994 während der Aufbauphase die Anzeichen für eine bevorstehende Beteiligung von Recce-TORNADO der Luftwaffe an einem Einsatz in Bosnien. Am 20. Dezember 1994 wurde schließlich bekannt, dass die Absicht bestand, bis zu sechs Maschinen des Geschwaders nebst Personal für einen Einsatz abzustellen.
Vorher hatte das Schicksal aber noch einen sehr zivilen Einsatzzweck bereitgestellt: Im Januar 1995 erfolgte der erste Einsatz des jungen Geschwaders beim Jahrhunderthochwasser auf dem Rhein und der Elbe und deren Nebenflüsse. Im Auftrag der Bundesanstalt für Gewässerkunde beobachtete das Geschwader die Hochwasserentwicklung und die Strömungsverhältnisse aus der Luft. Bis zu acht Maschinen wurden hierbei täglich zur Aufklärung eingesetzt. Bei diesem Hilfseinsatz wurden ca. sechs Kilometer Filmmaterial verarbeitet.
Der Einsatzbefehl für den Verband zur Verlegung von sechs Recce-TORNADOS mit Bodenpersonal zur Unterstützung der "Schnellen Eingreiftruppe" der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina kam am 21. Juli 1995. Das von Jagel zu stellende Kontingent bildete zusammen mit acht weiteren ECR-TORNADOS des Jagdbombergeschwaders 32 aus Lechfeld das für friedenserhaltende Maßnahmen aufzustellende "Einsatzgeschwader 1" (EG 1) der Luftwaffe, das auf dem italienischen Stützpunkt in San Damiano bei Piacenza stationiert wurde. Die Ergebnisse der Fotoaufklärung der "Aufklärer" übertrafen alle Erwartungen. Die mit einer Telekamera (Brennweite 610mm) ausgerüsteten Aufklärungsbehälter konnten bei guten Sichtverhältnissen aus großen Höhen extrem scharfe Aufnahmen erstellen, die im Verbund mit einer modernen Auswerteanlage ausgezeichnete Ergebnisse erzielten. Die Mindestflughöhe betrug über dem Einsatzgebiet 10 000 feet. So konnte zum Beispiel die Besatzung einer damals abgeschossenen französischen Mirage 2000N bei einem dieser Aufklärungseinsätze entdeckt werden.
Die "Jageler" Soldaten und zivilen Mitarbeiter waren in Italien mit den Recce-TORNADO fast sechs Jahre ununterbrochen im Einsatz. Es wurden von dort im Rahmen der NATO für UNPROFOR (1995), IFOR (1995/ 1996), SFOR1996/ 1999), Allied Force (1999) und KFOR (1999/2001) für Frieden schaffende und Frieden erhaltende Maßnahmen Einsätze geflogen. Im August 2001 konnten die "Immelmänner" aus Piacenza zurückkehren.
Seit Juni 1999 verfügt das Geschwader über eine neue Version des Recce-Pods, der speziell für die Bedürfnisse der Luftwaffe entwickelt wurde. Damit werden die Aufklärer in die Lage versetzt, noch bessere Ergebnisse in der taktischen Luftaufklärung zu erzielen um so auch zukünftig ihren Beitrag für Frieden und Freiheit für mehrere Jahrzehnte leisten zu können.
Seit Indienststellung des neuen Aufklärungsgeschwader 51 "I" wurden 70.000 Flugstunden auf TORNADO geflogen. |